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Mensch, begreife dich als Teil der Schöpfung...

Datum:
29. Aug. 2026
Von:
Johannes Jaax

Langanhaltende Dürren, brennende Wälder, überflutete Dörfer, heftige Stürme und Erderwärmung, davon hören wir und erleben es auch tatsächlich hautnah. Und wir wissen, dass diese aus den Fugen geratene Natur teilweise menschliche Ursachen hat. Und wir ahnen, dass wir, zu unserem Wohl, unser Verhalten radikal ändern müssen. Und das beginnt bei unseren Einstellungen.

Richtungsweisend für mich ist da der hl. Franziskus, der vor 800 Jahren, noch nichts wissend von unserer heutigen Problematik, aus seinem Glauben heraus den Sonnengsang dichten konnte. So wurde er zum Patron der Umweltschützer.

Aber: unsere Welt als Schöpfung zu begreifen fällt uns schon angesichts des Wissens um die naturwissenschaftliche Theorie der Entstehung dieser Erde aus dem Urknall oder auch der Evolutionstheorie schwer.

Und so hat der zärtliche Umgang des hl. Franziskus mit der Natur einen anderen Grund als der so oft geforderte verantwortliche Umgang mit ihr heute. Denn wir wissen, dass die Natur sich über kurz oder lang rächt für jeden Missbrauch. Wir kennen ein wenig die Zusammenhänge. Ein Denken, das dem Franziskus völlig fremd war. In seiner Zeit gab es noch keine solche Umweltverschmutzung. Seine geschwisterliche Haltung der Natur gegenüber erwächst aus seinem Glauben: das Lob Gottes sei Aufgabe der ganzen Schöpfung. Und alle Geschöpfe nehmen diese Aufgabe, gebunden und begrenzt durch die natürlichen Abläufe besser wahr als der Menschen in seiner Freiheit.

Welch eine Sicht der Welt. Hinter all dem, was wir so als natürlich bezeichnen, das Lob der Schöpfung zu erkennen. Jede Regung, jede Bewegung, jeder Ablauf, ein Lob Gottes. Und wenn die anderen Geschöpfe es besser können als ich, was könnte ich da alles von ihnen lernen.

Vorausgesetzt, ich bin bereit, zu akzeptieren, dass meine Aufgabe als Mensch das Lob Gottes ist. Klingt ungewohnt, ist aber die gläubige Sicht des Menschen.:

Ich höre Franziskus sagen: „Mensch, begreife dich als Teil der Schöpfung, als Geschöpf mit freiem Willen, Gott gewollt, sein Ebenbild mit einer besonderen Würde. Die Geschöpfe loben schon durch ihr Sein, begrenzt durch die Regeln, die ihnen gegeben sind. Nur du, Mensch kannst in Freiheit ja dazu sagen, und im Glauben einstimmen in das Lob der Schöpfung.“

Wo das wie bei Franziskus geschieht, da ändert sich was in unseren Einstellungen, ändert sich unsere Welt.