Kopf hoch!
Liebe Leserinnen und Leser,
kennen Sie den Begriff „Head-down Generation”? Er bezeichnet Menschen, die im Alltag ständig den Kopf gesenkt halten, um auf Handy und Tablets zu schauen. Dieses Phänomen ist übrigens nicht nur ein Problem der jungen Generation. Es zieht sich durch alle Altersgruppen – selbst in der Generation 65+ besitzen neun von zehn Menschen ein Smartphone.
Die Nutzungsintensität variiert zwar zwischen den Generationen, doch die Tendenz ist eindeutig: Laut einer Deloitte-Studie von 2024 geben fast die Hälfte aller Befragten an, dass ihre Smartphone-Nutzung im vergangenen Jahr weiter gestiegen ist. Bemerkenswert dabei: 84% bewerten ihre Nutzung inzwischen kritisch, 93% nehmen negative Begleiterscheinungen wahr – dennoch ändert sich das Verhalten kaum.
Die Folgen betreffen uns alle. Im Straßenverkehr kann diese Unachtsamkeit lebensgefährlich werden. Doch die Auswirkungen reichen weiter: Was bedeutet es für eine Gesellschaft, wenn der Blick aufs Display wichtiger wird als die Wahrnehmung des Mitmenschen? Wenn Eltern eher auf ihr Smartphone schauen, als mit ihren Kindern zu kommunizieren?
Und eine weiterführende Frage: Was macht es mit einer Gesellschaft, in der wir nicht nur unsere Mitmenschen zunehmend übersehen, sondern auch Gott keine Rolle mehr spielt? Trägt die fortschreitende Säkularisierung nicht dazu bei, dass Hass, Streit und Verrohung zunehmen?
Was macht es mit uns, wenn wir nur noch auf mobile Geräte starren? Wieviel Zeit verschwenden wir?
Sollten wir diese Zeit nicht besser in unsere Mitmenschen und in Gott investieren.
In Gespräche mit unseren Mitmenschen, in Gespräche mit Gott, in Gebete. Vielleicht wird uns dann wieder bewusst: wir sind wunderbar. Wir brauchen diese Nichtigkeiten nicht. Diese gewonnene Zeit stärkt und macht uns wertvoll. Wir haben wirkliche Freunde und wir haben Gott. Das ist die beste Botschaft!
Lassen Sie uns wieder eine „Head-up”-Generation werden? Eine Gesellschaft, die den Nächsten und uns selbst wahrnimmt und den Kopf hebt – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne? In diesem Sinne: Kopf hoch!
Ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen ein gesegnetes und aufmerksames Wochenende.
